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Kündigungsfristen bei Tod des Wohnungsmieters:

Wichtig ist zunächst, dass das Mietverhältnis nicht mit dem Tod des Mieters endet, sondern sich entweder mit dem überlebenden Mieter, bisher im Haushalt lebender Familienangehöriger oder Erben fortsetzt.

Sofern das Mietverhältnis mit überlebenden Mietern nicht fortgesetzt werden soll, kann dieses innerhalb eines Monats nach dem Tod des Mieters außerordentlich gekündigt werden. Die Kündigung muss bis zum dritten Werktag des Folgemonats beim Vermieter eingegangen sein und wird mit einer Frist von drei Monaten wirksam. Für den Vermieter besteht kein Sonderkündigungsrecht.


Ehegatten und Kinder:

Zunächst werden Ehegatten mit dem Tod des Mieters Mietvertragspartner. Wenn kein Ehepartner vorhanden ist, treten die Kinder des verstorbenen Mieters in den Mietvertrag ein. Voraussetzung ist jedoch, dass alle Personen bislang mit dem Verstorbenen im gemeinsamen Haushalt gelebt haben.



Nachlassverbindlichkeiten

Bestattungskosten sind Teil der Nachlassverbindlichkeiten und müssen von den Erben des Verstorbenen getragen werden. Dies gilt auch, wenn die Erben die Bestattung nicht selbst in Auftrag gegeben haben.

Nach dem Gesetz unterscheidet man zwischen der Bestattungspflicht und der Kostentragungspflicht. Die Bestattungspflicht beinhaltet die Bestattung eines Verstorbenen durch einen Bestatter in die Wege zu leiten und die entstandenen Kosten dieser Dienstleistung zunächst zu bezahlen. Nach den jeweiligen Landesgesetzen sind in folgender Reihenfolge Angehörige verpflichtet, einen Bestatter zu beauftragen: Es beginnt mit dem Ehepartner, gefolgt von Kindern und Eltern des/der Verstorbenen.

Nicht immer sind die Bestattungspflichtigen identisch mit den Erben. Die Erben unterliegen der Kostentragungspflicht und müssen also die Bestattungskosten des Erblassers bezahlen. Aus diesem Grund können diejenigen, die eine Bestattung in Auftrag gegeben und vorläufig bezahlt haben, die Erben wegen dieser Kosten in Anspruch nehmen.



Sind Beerdigungskosten steuerlich absetzbar?

Beerdigungskosten werden als außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt, allerdings nur, wenn es sich um einen nahen Angehörigen handelt. Des Weiteren werden die Kosten nur anerkannt, wenn der Nachlass des Verstorbenen die Beerdigungskosten nicht deckt. Das Finanzamt akzeptiert die Beerdigungskosten als außergewöhnliche Belastung.

Für alle Aufwendungen müssen Sie die Rechnungsbelege beim Finanzamt eingereicht werden. Vom Finanzamt werden alle Kosten der Beerdigung anerkannt, mit Ausnahme von Bewirtung der Trauergäste, Fahrtkosten zur Trauerfeier, Trauerkleidung und Grabpflege.

Das Finanzgericht Sachsen hat dies unter dem Aktenzeichen 8 K 41/10 bestätigt.



Bestattungsgeld für Opfer von Gewalttaten

Hinterbliebene, deren Angehörige aufgrund einer Gewalttat ums Leben kommen sind, haben unter anderem einen Rechtsanspruch auf Bestattungsgeld in Höhe von zurzeit 1.613 €.

Gesetzliche Grundlage ist das Opferentschädigungsgesetz (OEG). Die Leistungen sind beim zuständigen Landesamt für Soziales und Familien zu beantragen, für die Beantragung sind die Außenstellen des Weissen Rings behilflich, da diese die Hinterbliebenen auch über weitere Ansprüche besser und detaillierter informiert.

Der Antrag muss innerhalb eines Jahres nach dem schädigenden Ereignis gestellt werden, die Leistung wird sodann rückwirkend ab dem Schädigungstag gewährt.



Sonderurlaub für Angehörige

Stirbt ein Angehöriger, stehen nahen Familienmitgliedern Sonderurlaub zu. Als nahe Angehörige zählen Geschwister, Eltern, Kinder und Großeltern. Auch bei Pflege-, Adoptiv- oder Enkelkindern greift diese Regelung, nicht aber beim Todesfall eines Onkels oder eines Cousins. Normalerweise ist der Arbeitgeber in einem solchen Fall etwa für zwei Tage freigestellt, einen Tag für den Todestag und einen weiteren Tag für die Beerdigung.